IN MEMORIAL - Rudi Kappés* - Der Unfall

Am Freitag, den 08.März 2002, kamen Rudi Kappés und seine 13 -jährige Tochter Mona bei einem der schwersten Verkehrsunfälle der saarl.-Verkehrsgeschichte auf der Autobahn A6 am Grenzübergang "Goldene Bremm" ums Leben.
Ein LKW-Fahrer erkannte einen Rückstau am Grenzübergang zu spät und raste ungebremst gegen 15.30 Uhr mit seinem Sattelschlepper in die Autoschlange. Insgesamt elf Fahrzeuge aus Deutschland und Frankreich waren in den Unfall verwickelt. - Sie wurden durch den heftigen Aufprall zusammengepresst und fingen nach dem Unfall sofort Feuer. Vier Menschen -darunter Rudi Kappés und seine Tochter Mona - konnten nur noch tot aus den Fahrzeugen geborgen werden, die durch die Flammen völlig ausgebrannt waren. - Der 44 -jährige Rudi Kappés hinterließ seinen 11 -jährigen Sohn Pascal.


Rudi Kappés
* Rudi Kappés wurde am 29.Nov.1957 in Riegelberg geb.- Dort bekann er in der Jugend mit dem Fußball. - Er durchlief dort alle Altersstufen und wurde in dieser Zeit in die Saarlandauswahl berufen. - Rudi Kappés spielte von 1978 bis 1981 in der 2.Bundesliga, unter anderem für den 1.FC Saarbrücken und VfR Bürstadt. Nach Beendigung seiner Spielerkarriere kehrte er als Trainer zu seinem Heimatverein FV 08 Riegelsberg zurück und schaffte 1999 mit diesem Verein den Aufstieg in die Verbandsliga. Zuletzt war Rudi Kappés Trainer des Traditionsvereins SV Röchling Völklingen 06. - Rudi Kappés nutzte seine regionale Popularität und die daraus entstandenen Verbindungen, um stets uneigennützig Menschen in Not zu helfen.

Rudi Kappés - STIFTUNG für unschuldig in Not geratene Menschen
Rudi Kappés - Stiftung - Am Tannenwald 2 - 66459 Kirkel - Tel. 06898/952000 - Telefax 06849/951099 -
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BANK Saar1 - BLZ 59 1900 00 - Kto 10 555 3013 - Rudi Kappés

Der Fußball-Verrückte ist unvergessen. Rudi Kappés. Wo Rudi Kappés war, dort war auch der Erfolg

Rudi Kappés war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Saar-Fußballs. Am 29. November 1957 kam er in Riegelsberg zur Welt, schloss sich mit neun Jahren dem FV 08 Riegelsberg an und spielte dort bis zu seinem 19. Lebensjahr. Mit 17 debütierte der quirlige Torjäger in der ersten Mannschaft und feierte ein Jahr später mit der Meisterschaft in der Kreisliga A Warndt und dem Aufstieg in die Bezirksliga Süd seinen ersten großen Erfolg. Zu dieser Zeit waren die Profivereine längst auf das Talent aufmerksam geworden und buhlten um seine Gunst. Der 1. FC Saarbrücken erhielt den Zuschlag. Für die Molschder stürmte Kappés in der Saison 1978/1979 in der 2. Bundesliga. Dann zog es ihn für zwei Jahre zum VfR Bürstadt, der ebenfalls in der 2. Bundesliga spielte. Insgesamt kam Kappés in der 2. Liga zu 46 Einsätzen, schoss dabei acht Tore. Doch statt einer unsicheren Zukunft als Profifußballer entschied er sich für eine sichere Karriere als Beamter bei der Stadtverwaltung Saarbrücken. 1980 wurde er zum Stadtinspektor ernannt, stieg später zum Stadtamtmann auf und war als Sachgebietsleiter beim Ausgleichs- und Flüchtlingsamt tätig.
Dem Fußball blieb er zunächst als Spieler in der Oberliga Südwest (1. FC Saarbrücken Amateure, FSV Salmrohr, FC St. Wendel, SV Elversberg, Borussia Neunkirchen und ASC Dudweiler), dann als Trainer erhalten. Am 1. Juli 1988 debütierte er als Coach des Bezirksligisten FV Schwarzenholz. Es folgten zwei Jahre beim Landesligisten SV Karlsbrunn und vier Jahre beim Landesligisten FC Wadrill. 1996 kehrte er zum FV 08 Riegelsberg zurück, der damals in der Landesliga ein Mauerblümchendasein führte. Das änderte sich mit Rudi Kappés. Unter seiner Regie wurde der FV 08 Riegelsberg zunächst Vizemeister, danach Dritter und in der Saison 1998/1999 souveräner Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga.
Wer Rudi Kappés kannte, wusste jedoch, dass er Worte wie Stillstand oder Rückschritt hasste. Vor diesem Hintergrund musste man seinen Wechsel zum SV Röchling Völklingen im Sommer 2000 sehen. In Völklingen sah er mehr Perspektiven. Völklingen wollte er zunächst in die Oberliga, dann in die Regionalliga bringen. Auch die 2. Bundesliga tat er nicht als Hirngespinst ab. Kappés galt in der Branche als Fußball-Verrückter ein Titel, der durchweg positiv gemeint war und mit dem er sich selbst gerne schmückte. Um etwas bewegen zu können, musst du schon ein bisschen verrückt sein, sagte er einmal.
Seine Emotionen lebte er am Spielfeldrand aus: Wie ein Derwisch konnte er toben, wenn es mal nicht lief. Und sich wie ein kleiner Junge freuen, wenn seine Jungs Erfolg hatten. Privat war Kappés ein lustiger, liebenswerter Mensch, mit dem man stundenlang quatschen konnte als Trainer war er ein harter Hund, der nach der Devise mit Zuckerbrot und Peitsche arbeitete. Kein Wunder: Seine Vorbilder waren die legendären Trainer Hennes Weisweiler und Ernst Happel, die er persönlich kannte. Bei einem Probetraining unter Weisweiler habe ich gelernt, dass man bestimmte Dinge trainieren muss, bis sie einem zu den Ohren rauskommen. Und Happel hat mich gelehrt, wie man Pressing spielt. Das alles habe ich bei meinen Vereinen dann auch praktiziert, sagte Kappés mal in einem Interview.
Das Ergebnis gab ihm recht: Wo Kappés arbeitete, war der Erfolg. Auch bei seiner letzten Station in Völklingen. Er führte die Mannschaft in der Saison 2001/2002 an die Tabellenspitze der Verbandsliga. Der Oberliga-Aufstieg war schon kurz nach der Winterpause so gut wie sicher. Doch Kappés durfte diesen Erfolg nicht mehr miterleben. Bei einem der schwersten Unfälle der saarländischen Verkehrsgeschichte am 8. März 2002 starb Rudi Kappés zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter Mona am Grenzübergang Goldene Bremm. Nach seinem Tod gründeten sein Bruder Rainer und der Vorsitzende des 1. FC Riegelsberg, Michael Arnold, eine Stiftung, die von vielen prominenten Sportlern und regionalen Förderern unterstützt wird. Die Rudi-Kappés-Stiftung hilft unverschuldet in Not geratenen Sportlern und sie hält den Namen Rudi Kappés für immer in unserem Bewusstsein.


- Ein Aufstieg für RUDI -

* Es war wohl eine der erfolgreichsten Spielzeiten des SV Röchling Völklingen in der 100-jährigen Vereinsgeschichte. Doch die Verbandsliga-Meisterschaft 2002 stand auf Grund des Unfalltodes von Rudi Kappés unter keinem guten Stern.

Es war der 8. März 2002, an dem nicht nur für Spieler, Verantwortliche und Anhänger des SV Röchling Völklingen die Uhr stehen blieb. Trainer Rudi Kappés kam mit seiner Tochter Mona bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Aljoscha Persch, damals Spieler beim SVR, erinnert sich: " Wir haben uns alle gewundert, dass Rudi nicht das Abschlusstraining leitete. Erst nach dem Training haben wir von dem schrecklichen Unglück erfahren."

Doch es musste weiter gehen in Völklingen. In einer fast dreiwöchigen Pause entschied sich der Vorstand, dass ein Spieler aus der Mannschaft zusammen mit den Co-Trainern Rudi Mathieu, Roland Fritz und Oliver Bungert den Weg von Rudi Kappés zu Ende führen sollte. " Es war klar, dass es nur jemand aus der Mannschaft machen konnte ", erklärt Persch.

Die Wahl fiel auf Valentin Valtchev, der ohnehin auf dem Feld der verlängerte Arm des Trainers war. " Ich wollte unbedingt den Traum von Rudi zu Ende bringen. Deshalb war die Entscheidung schnell gefallen ", blickt Valtchev heute zurück. Und der Traum ging in Erfüllung. Am Ende der Verbandsliga-Saison stieg der SVR mit sechs Punkten Vorsprung vor den FCS-Amateuren in die Oberliga Südwest auf. Trotz des schlimmen Ereignisses wurde nach dem entscheidenden Spiel in Überherrn (3:0) gefeiert. " Es war ein komisches Gefühl. Nach dem Spiel sind Tränen geflossen, der ganze Druck ist abgefallen und es war schon eine Erleichterung ", sagt Sebastian Kleinbauer, damals Abwehrspieler beim SVR.

Mit 111 Toren schoss sich Völklingen in die Oberliga. Dort sollte es eigentlich weiter gehen. Der Plan von Rudi Kappés sah vor, dass sich Völklingen in der Oberliga etabliert. Aber daraus wurde nichts. " Im Abschlusstraining vor dem ersten Punktspiel gegen Hauenstein zog sich Valle einen Bänderriss zu und fiel wochenlang aus. Damit war unsere Abwehr auseinander gerissen ", sieht Oliver Bungert einen der Gründe für den sofortigen Abstieg.

Zudem hatte Röchling ein Torwartproblem, dass erst nach der Winterpause durch Stephan Gollasch gelöst wurde. " Unser schlechter Saisonbeginn war mit ausschlaggebend für den Abstieg. Dort haben wir zu wenig Punkte geholt ", erinnert sich Valtchev.

Doch im Verlauf der Saison steigerte sich sein Team, schaffte sogar den zwischenzeitlichen Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Im Sturm wirbelten Markus Hummel und Marco Dittgen, und hinten hielt der wiedergenesene Spielertrainer die Abwehr zusammen. Doch es reicht nicht, da fünf Vereine aus der Oberliga absteigen mussten.

Es gab auch Höhepunkte. Im Viertelfinale des Saarlandpokals siegte Röchling mit 3:2 gegen den FCS. Valtchev: " Der Abstieg war bitter. Damit endete der Weg von Rudi Kappés. Aber die Verbandsliga-Saison mit 90 Punkten und über 100 Toren ist ein Rekord für die Ewigkeit. "